Mit der Funktion „Create Matching Circuit“ in uSimmics (ehemals QucsStudio) lassen sich Impedanzanpassnetzwerke automatisch berechnen. Dieser Artikel erklärt am Beispiel einer 50-Ω-auf-25-Ω-Anpassung den gesamten Ablauf – von der Schaltungsgenerierung über die S-Parameter-Simulation bis zum interaktiven Parameter-Tuning.
- Was Sie lernen werden
- Grundlagen der Impedanzanpassung
- 1. Testschaltung erstellen
- 2. Anpassnetzwerk mit „Create Matching Circuit“ entwerfen
- 3. Anpassnetzwerk einfügen und verbinden
- 4. Simulation ausführen
- 5. Simulationsergebnisse auswerten
- 6. Interaktive Optimierung mit dem Tuning-Fenster
- Designhinweise
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Was Sie lernen werden
- Grundkonzept der Impedanzanpassung und deren Notwendigkeit
- Start und Konfiguration der Funktion „Create Matching Circuit“
- Einfügen des automatisch generierten LC-Anpassnetzwerks in den Schaltplan
- Überprüfung der Anpassgüte per S-Parameter-Simulation
- Interaktive Optimierung mit dem Parameter-Tuning-Fenster
Grundlagen der Impedanzanpassung
Impedanzanpassung (Impedance Matching) bezeichnet das Abstimmen der Impedanzen von Signalquelle, Leitung und Last aufeinander, um maximale Leistungsübertragung und minimale Reflexionsverluste zu erzielen. In HF- und Mikrowellenschaltungen erzeugt eine Fehlanpassung Signalreflexionen, die zu Leistungsverlust und im Extremfall zur Beschädigung der Sendeverstärker führen können.
Anpassnetzwerke bestehen typischerweise aus Induktivitäten und Kapazitäten (LC-Netzwerke) und realisieren die Impedanztransformation in einem definierten Frequenzbereich.
1. Testschaltung erstellen
Erstellen Sie zunächst eine Schaltung mit Impedanzfehlanpassung:
- Starten Sie uSimmics (ehemals QucsStudio).
- Platzieren Sie aus „Components“ → „Lumped Components“ einen Widerstand im Schaltplan.
- Doppelklicken Sie den Widerstand und ändern Sie den Wert auf 25 Ω.
- Platzieren Sie aus „Sources“ → „Power Source“ eine Signalquelle (Ausgangsimpedanz: 50 Ω Standardvorgabe beibehalten).
- Verbinden Sie alle Bauteile mit GND-Symbolen und Drahtverbindungen.
Damit liegt eine Schaltung mit 50-Ω-Quelle und 25-Ω-Last vor – klassische Impedanzfehlanpassung.
2. Anpassnetzwerk mit „Create Matching Circuit“ entwerfen
2-1. Fenster öffnen
- Klicken Sie in der Menüleiste auf „Tools“.
- Wählen Sie „Matching Circuit“ → „Create Matching Circuit“.
- Das Fenster „Create Matching Circuit“ öffnet sich.
2-2. Anpassparameter einstellen
| Parameter | Wert | Erläuterung |
|---|---|---|
| Impedance 1 | 50 Ω | Quellseitiger Impedanzwert (Port 1). |
| Impedance 2 | 25 Ω | Lastseitiger Impedanzwert (Port 2). |
| Frequency | 1 GHz | Zielfrequenz für die Anpassung. |
2-3. Anpassnetzwerk generieren
Klicken Sie auf „Create“. uSimmics (ehemals QucsStudio) berechnet automatisch ein LC-Anpassnetzwerk und kopiert es in die Zwischenablage.
3. Anpassnetzwerk einfügen und verbinden
- Drücken Sie im Schaltplan
Strg + V, um das Anpassnetzwerk einzufügen. - Verbinden Sie den Ausgang des Anpassnetzwerks mit der 25-Ω-Last.
- Verbinden Sie den Eingang mit der 50-Ω-Quelle.
Automatisch berechnetes Netzwerk (Beispiel: 1 GHz, 50 Ω → 25 Ω):
- Serielle Induktivität: ca. 40 nH
- Parallele Kapazität: ca. 32 pF
4. Simulation ausführen
4-1. S-Parameter-Simulation platzieren
- Platzieren Sie aus „Simulations“ → „S-parameter Simulation“ eine Simulationskomponente.
- Doppelklicken Sie und stellen Sie folgende Parameter ein:
| Einstellung | Wert |
|---|---|
| Startfrequenz | 50 MHz |
| Stoppfrequenz | 150 MHz |
| Frequenzschritt | 1 MHz |
4-2. Simulation starten
Klicken Sie auf das Zahnradsymbol oder wählen Sie im Menü „Simulate“ → „Simulate“.
5. Simulationsergebnisse auswerten
Nach der Simulation werden S-Parameter-Grafiken und ein Smith-Diagramm angezeigt.
5-1. Marker setzen
- Rechtsklick auf den Graphen → „Set Marker on Graph“.
- Klicken Sie auf die Datenkurve.
- Verschieben Sie den Marker auf 100 MHz (Nähe der Zielfrequenz).
5-2. Beurteilungskriterien
| Parameter | Zielwert | Interpretation |
|---|---|---|
| S11 (Eingangsreflexion) | ≤ −20 dB | Geringe Reflexion am Eingang – gute Anpassung. |
| S21 (Transmission) | Nahe 0 dB | Effiziente Signalübertragung. |
6. Interaktive Optimierung mit dem Tuning-Fenster
6-1. Tuning-Fenster öffnen
- Wählen Sie im Menü „Simulation“ → „Tune“.
- Klicken Sie nacheinander auf die Induktivität und die Kapazität im Schaltplan.
- Das Fenster „Parameter Tuning“ öffnet sich.
6-2. Tuning-Bereich einstellen
| Bauteil | Minimalwert | Maximalwert |
|---|---|---|
| Induktivität | 1 nH | 100 nH |
| Kapazität | 1 pF | 100 pF |
6-3. Tuning durchführen
- Verschieben Sie den Schieberegler, um die Bauteilwerte zu variieren.
- Beobachten Sie die Echtzeit-Aktualisierung von Smith-Diagramm und S11-Kurve.
- Optimieren Sie, bis S11 minimal ist (Annäherung an Diagrammmitte im Smith-Diagramm).
- Optimale Werte: ca. 40 nH Induktivität, ca. 32 pF Kapazität – übereinstimmend mit dem automatisch berechneten Ergebnis.
Designhinweise
- Das von „Create Matching Circuit“ generierte Netzwerk enthält ideale LC-Elemente ohne parasitäre Effekte (Spulen-Eigenkapazität, Kondensatoren-Eigeninduktivität). Im GHz-Bereich sind detaillierte Simulationen mit S-Parametern realer Bauteile erforderlich.
- Die Anpassbandbreite hängt vom Q-Faktor und der Netzwerkordnung ab. Für breitbandige Anpassung sind mehrstufige Netzwerke zu erwägen.
- Das Smith-Diagramm stellt komplexe Impedanzen und Reflexionskoeffizienten in einer Kreisdarstellung dar. Der Mittelpunkt entspricht der idealen Anpassung (S11 = 0).
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